FREIE KORN KULTUR in Berliner Schrebergartenkolonie gegründet

Unabhängige Korn-Brenner vereinen sich und treten für mehr Vielfalt im Markt ein / Vorstellung eines Manifests am Rande des BAR CONVENT BERLIN

Berlin– Vier freie Kornbrenner aus Norddeutschland haben sich zur FKK zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie den Markt aufmischen und für Vielfalt und echte Craft-Spirituosen eintreten. Zur FKK gehören der Berliner Theo Ligthart mit seinen Marken Das Korn und STEINREICH, die Feinbrennerei Sasse aus dem Münsterland, NORK aus Bremen sowie Zorn Korn aus Hamburg.

Das Manifest

Bei der Gründungsfeier in der Berliner Kleingartenkolonie POG im Park am Gleisdreieck stellte die FKK ein Manifest vor, das verschiedene Forderungen enthält. Dazu zählen unter anderem die Unabhängigkeit der Brenner sowie der Fokus auf traditionelles Handwerk.

Die FKK fordert zudem die Erhöhung der Limitierung der maximalen Malzzugabe auf 40%, wie es vor 1909 gängig war, und den Begriff „Small Batch Korn“ einzuführen für Korn, der in kleinen Brennblasen unter 1000 Liter gebrannt wird. Am Rande des BAR CONVENT BERLIN wurde auch ein Verbot für jegliche Zugabe von Zucker für Korn verlangt. Ziel der FKK ist es, Korn in seiner ganzen Bandbreite darzustellen und möglichst viele individuelle Stile von Korn zu präsentieren. Dies könne nur durch innovative, inhabergeführte Unternehmen ohne Einfluss von großen Konzernen gewährleistet werden, schreiben die Gründungsmitglieder.

Die Gründungsmitglieder

Dazu zählen ganz unterschiedliche Persönlichkeiten und Unternehmen – wie der bildende Künstler Theo Ligthart. „Mein ganzes Leben dreht sich um Hochprozentiges. Und zwar um geistige Getränke aus handwerklicher Produktion“, sagt er. Neben dem Kunstprojekt Das Korn entwickelte er mit STEINREICH aus dem Ort Steinreich einen 42-prozentigen Kornbrand für die Barwelt. Damit war er einer der wenigen Pioniere, die diese vielverschmähte Spirituosenkategorie wiederbelebte. 2012 gründete Theo das Craft-Spirits-Festival DESTILLE BERLIN – die größte Veranstaltung dieser Art in Europa. 2016 folgte das Freimeisterkollektiv, ein Zusammenschluss von Brennern, Gastronomen und Spirituosenexperten.

Mit der Feinbrennerei Sasse aus dem Münsterland gehört der FKK auch ein Familienbetrieb mit 300-jähriger Brenntradition an. Sasse ist bekannt für seinen mindestens vier Jahre in Barrique gereiften Lagerkorn, der mehrfach internationale Preise gewann und der Spirituosengattung zu neuem Glanz verhalf. Neuestes Projekt der umtriebigen Schöppinger ist ein Korn für Mixologen, der in drei ganz unterschiedlichen Geschmacksrichtungen daherkommt. „Richtig guter Korn kann für Norddeutschland ein Aushängeschild sein wie Cognac für Frankreich, Whisky für Schottland oder Grappa für Italien“, sagt Inhaber Rüdiger Sasse. Dazu müsse Korn bunter werden. Dies gelänge nur, wenn alle Craft-Hersteller sich vom Einheitsbrei der Großen lösten und eigene Stärken herausarbeiteten.

Ein Ansatz, den auch NORK teilt. „Wir wollen – egal ob im Landgasthaus oder in der Szenebar – Korn bestellen können ohne schief angeguckt zu werden“, sagen die Freunde aus Hamburg und Bremen. Korn hat ihrer Meinung nach kein Geschmacksproblem, sondern ein Imageproblem, das auf schlechten Erfahrungen, aber auch auf stumpfen Vorurteilen basiert. NORK steht unter dem Motto „Bremen & Hamburg am Tresen vereint“. Diese Philosophie setzten die Macherinnern und Macher durch: Das reine Weizendestillat wird zu gleichen Teilen mit Bremer und Hamburger Wasser vermählt und so auf seine Trinkstärke von 39% Vol. gebracht. Eine mehrmonatige Lagerung rundet den Korn ab und verleiht ihm eine besondere Milde. „Uns fasziniert die Idee, den sympathischen Underdog Korn aus der Schmuddelecke ins bunte Nachtleben und in unsere Lieblingsbars zu holen“, sagen die Norddeutschen.

Auch das Projekt Zorn Korn gehört der FKK an. Die fünf Freunde mit Bezügen zu Gastronomie und Clubkultur haben eine ausgeprägte Affinität zu guten Spirituosen. „Wir kennen uns alle aus dem Gängeviertel. Das war bis zur Legalisierung eine große Hausbesetzung in Hamburg, die sich mit Freiräumen für Kreativität in der Stadt auseinandersetzte“, erzählen sie. Einen eigenen Schnaps herzustellen, war für die Freunde immer ein Traum. Mit Hilfe eines Brennmeisters entwickelten sie deshalb Zorn Korn, einen sehr fruchtigen Korn, der an einen Obstbrand erinnert. Da der Korn aus einem Künstlerquartier kommt, trägt jede Charge ein neues Etikett, das von Illustratoren, Grafikern und Künstlern gestaltet wird.

Die FKK ist offen für weitere Korn-Marken, die sich den Idealen der Vereinigung verschrieben haben.

Alle Forderungen und Mitgliedsvorstellungen im Netz

www.freiekornkultur.de