Donnerstag, 17. November 11 Kategorie:
Von: Uwe Horn

Wie aus dem Zuckerbaum der Weihnachtsbaum wurde

An den Ästen hing zu Beginn nur Naschwerk – Zeitschrift „daheim in Deutschland“ geht der Tradition des Weihnachtsbaums auf den Grund

Stuttgart - Der Weihnachtsbaum gehört für die meisten Menschen zu Heiligabend wie die Geschenke und ein gutes Essen. Aber nur wenige kennen die historischen Hintergründe, die mit dem Weihnachtsbaum verbunden sind. Die Zeitschrift daheim in Deutschland geht in ihrer Dezember-Ausgabe dieser Frage auf den Grund. Und dabei wird klar: Die Tradition, zu Weihnachten einen geschmückten Baum aufzustellen, ist mit 600 Jahren noch relativ jung. Zugrunde liegen soll ein heidnischer Brauch, durch den die Menschen die langen, dunklen Winternächte gemütlicher machen wollten. Sie dekorierten daher ihre Häuser mit blühenden oder immergrünen Zweigen. Diese sollten zudem Segen und Fruchtbarkeit für das neue Jahr bringen.

 

Wie die Zeitschrift daheim in ihrer neuen Ausgabe berichtet, stammt der früheste Beleg eines mit Datteln, Äpfeln und Nüssen geschmückten Weihnachtsbaumes aus dem Jahr 1570 in einer Stube der Bremer Handwerkszunft. Die Kinder und Familien durften das Bäumchen am Weihnachtsabend plündern.

 

Auch im Elsass folgten einige Familien diesem Brauch. In Deutschland pflegten ihn bis ins 18. Jahrhundert hauptsächlich wohlhabende Familien, die sich einen geschmückten Weihnachtsbaum leisten konnten. In ländlichen Gebieten setzte sich die Tradition nur sehr langsam durch. Zu dieser Zeit verwendeten die Menschen übrigens auch Eiben oder Stechpalmen. Tannen und Fichten etablierten sich erst im Laufe des Jahre.

 

Der Adel brachte den Weihnachtsbaum in die benachbarten Länder. Beispielsweise schwärmte Lieselotte von der Pfalz, die mit Herzog Philipp I. von Orléans verheiratet war, stets von einem Weihnachtsbaum, wie sie ihn aus ihrer Kindheit in Deutschland kannte. In ihren Berichten ist auch zum ersten Mal von Kerzen am Baum die Rede. Durch Prinz Albert, den Mann von Königin Victoria, kam der Weihnachtsbaum an den englischen Königshof. Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte er dank der vielen Auswanderer sogar Nordamerika – sein weltweiter Siegeszug war nicht mehr aufzuhalten.

 

Der Schmuck des Weihnachtsbaums wandelte sich im Laufe der Zeit immer wieder. Die früheste bekannte Dekoration bestand ausschließlich aus Essbarem: Äpfel, Nüsse, Oblaten, in reichen Haushalten auch Zuckermandeln, Datteln und vieles mehr. In manchen Regionen wurde der Weihnachtsbaum daher auch als Zucker- oder Nussbaum bezeichnet.

 

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts kamen immer öfter Kugeln hinzu. Die Wurzeln dieser Handwerkskunst liegen im thüringischen Lauscha, wo die ersten Glaskugeln von Hand hergestellt wurden. Sie sollen auf den Paradiesapfel von Adam und Eva zurückgehen. Später folgten geschnitzte Figuren aus dem Erzgebirge, Blechspielzeug sowie kunstgewerblicher Schmuck. Eine große Rolle spielt bei vielen Familien seit jeher selbst gebastelteter Schmuck wie beispielsweise Holz- oder Strohsterne.          

 

Für  weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Zeitschrift daheim in Deutschland (Ausgabe Dezember) ist ab sofort am Kiosk erhältlich. daheim in Deutschland ist der zweite Zeitschriftentitel von Reader’s Digest.


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